Botanischer Garten Schweiz: Die schönsten Parkanlagen für einen Ausflug
Der schönste Botanische Garten der Schweiz ist eine Frage des Standorts: Zürich und Grüningen bieten die vielfältigsten Anlagen im Kanton Zürich, während Bern, Basel, St. Gallen und Genf eigene, ganz unterschiedliche Highlights beisteuern. Sechs Ausflugsziele stehen zur Wahl: Botanischer Garten Zürich, Botanischer Garten Grüningen, Botanischer Garten Bern, Botanischer Garten Basel, Botanischer Garten St. Gallen und der Jardin Botanique in Genf. Insgesamt zeigen sie zwischen 3’000 und über 11’000 Pflanzenarten, und der Eintritt ist praktisch überall kostenlos. Egal ob Familienausflug, Fotospaziergang oder ruhige Auszeit vom Alltag, für jede Vorliebe ist eine passende Anlage dabei.
Botanischer Garten Zürich: Tropenhäuser mitten in der Stadt

Der Botanischer Garten Zürich gehört zur Universität Zürich und liegt an der Zollikerstrasse 107 im ruhigen Quartier Riesbach. Auf dem Gelände wachsen rund 8’000 Pflanzenarten aus aller Welt, verteilt auf weitläufige Aussenanlagen und drei kuppelförmige Gewächshäuser für Tropenwald, Subtropen und Savanne. Wer den Garten kennt, schwärmt vor allem von der ruhigen Atmosphäre, obwohl der Ort mit über 4’000 Google-Bewertungen einer der bekanntesten seiner Art in der Schweiz ist.
Der Eintritt ist komplett gratis, die Aussenanlage ganzjährig geöffnet. Am besten erreichst du den Garten mit Tram 11 oder Bus 31 bis Hegibachplatz, oder mit Bus 33 direkt bis zur Haltestelle Botanischer Garten.
Der Zürich-Hack: Parkplätze in der Umgebung sind rar und gebührenpflichtig, an schönen Tagen meist schon vormittags belegt. Wer mit dem Auto kommt, plant besser einen Plan B ein, der ÖV ist hier klar die stressfreiere Wahl.
Botanischer Garten Grüningen: Ruhe im Zürcher Oberland

Eine knappe Stunde ausserhalb der Stadt liegt der Botanischer Garten Grüningen an der Adresse Im Eichholz 1, betrieben von der Stiftung bfg. Über 3’000 Pflanzenarten sind hier nicht in sterilen Reihen, sondern in naturnahen Lebensräumen wie Heilkräutergärten, Steingärten, Feuchtbiotopen und Waldpartien angeordnet. Die Wege wirken dabei fast wie ein kleines Labyrinth, wer keine Zeit hat, verpasst schnell eine der ruhigsten Ecken.
Wichtig: Diese Anlage ist nur vom 1. April bis 31. Oktober geöffnet, täglich von 10 bis 17 Uhr. Im Winterhalbjahr bleibt sie zu. Der Eintritt ist gratis, Parkplätze direkt vor Ort ebenfalls. Mit dem Zug geht es ab Zürich HB Richtung Rapperswil bis Wetzikon oder Bubikon, dann weiter mit dem Bus, Gesamtfahrzeit rund 45 bis 55 Minuten.
Der Grüningen-Hack: Ein eigenes Café oder Restaurant gibt es hier bislang nicht, dafür aber eine Grillstation mit Blick auf den Teich und mehrere Grillstellen mit Bänken. Wer länger bleiben will, packt Proviant ein statt auf Verpflegung vor Ort zu hoffen. Nach dem Garten lohnt sich ein Abstecher zum mittelalterlichen Schloss Grüningen oder eine Runde zum nahen Greifensee.
Weitere botanische Gärten in der Schweiz
Ausserhalb des Kantons Zürich gibt es vier weitere Anlagen, die eine Reise wert sind. Sie sind hier bewusst kürzer gehalten, ihre volle Tiefe verdienen sie in eigenen Artikeln.
Botanischer Garten Bern

Seit 1859 wächst am sonnigen Aarehang beim Altenberg der Botanischer Garten Bern, mit über 6’000 Pflanzenarten aus aller Welt. Weil die Anlage komplett am Hang gebaut ist, entsteht eine reizvolle Terrassenwirkung, die man in dieser Form selten sieht. Das Herzstück ist das Alpinum, das von den Pyrenäen über die Alpen bis zum Himalaya führt und allein über 1’500 Arten zeigt.
Eintritt frei, geöffnet Mai bis September von 8 bis 19.30 Uhr (während der Berner Sommerferien bis 21 Uhr), Oktober bis April von 8 bis 17 Uhr. Adresse: Altenbergrain 21, 3013 Bern.
Botanischer Garten Basel

Mit seiner Gründung 1589 durch Caspar Bauhin ist der Botanischer Garten Basel der älteste der Schweiz und einer der ältesten weltweit. Er liegt am Spalengraben 8, nur wenige Schritte vom Trubel der Basler Altstadt entfernt, und genau das spürt man dort auch: Wer eintritt, merkt fast sofort, wie die Zeit langsamer wird. 2023 wurde zudem das neue Tropenhaus mit dem europaweit einzigartigen Nebelwaldhaus eröffnet.
Eintritt frei, Hunde sind nicht erlaubt. Wer mit dem Auto kommt, parkt laut mehreren Besucherberichten am günstigsten im Parkhaus des Universitätsspitals gleich nebenan.
Botanischer Garten St. Gallen
Im Stadtteil Neudorf zeigt der Botanischer Garten St. Gallen rund 8’000 beschriftete Pflanzenarten, übersichtlich nach Kontinenten geordnet. Ein Pluspunkt gegenüber anderen Anlagen: Das Tropenhaus lohnt sich auch im Winter, wenn draussen sonst wenig blüht. Eine Kuriosität ist ausserdem der Planetenwanderweg, der im Garten beginnt und bis nach Obersteinach führt, unser Sonnensystem im Massstab 1 zu 1 Milliarde.
Eintritt frei, Freiland täglich 8 bis 17 Uhr, Tropenhaus 9.30 bis 12 und 14 bis 17 Uhr. Adresse: Stephanshornstrasse 4, 9016 St. Gallen.
Conservatoire et Jardin Botanique Genf
Am Genfersee, nahe dem Palais des Nations, erstreckt sich seit 1817 der Jardin Botanique de Genève über 28 Hektar. Mit über 11’000 Pflanzenarten und einem Herbarium von rund 6 Millionen Belegen zählt auch diese Anlage zu den bedeutendsten weltweit. Für Familien besonders praktisch: Ein kleines Tiergehege sowie eine grosse Spiel- und Liegewiese sorgen dafür, dass auch Kinder nicht nach einer halben Stunde die Geduld verlieren.
Eintritt frei, Hunde und Velos sind aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. Geöffnet täglich, im Sommer 8 bis 19.30 Uhr, im Winter 8 bis 17 Uhr, die Gewächshäuser schliessen jeweils bereits um 17 Uhr. Adresse: Chemin de l’Impératrice 1, 1292 Pregny-Chambésy.
Fazit
Welcher botanische Garten sich für dich am meisten lohnt, hängt vor allem von der Anreise und der Jahreszeit ab. Zürich ist ganzjährig offen und ideal für einen spontanen Ausflug ab der Limmatstadt, während Grüningen nur von April bis Oktober zugänglich ist, dafür aber deutlich ruhiger bleibt. Bern und Basel punkten mit historischer Tiefe, St. Gallen und Genf mit Grösse und Vielfalt für die ganze Familie. Allen sechs Anlagen gemeinsam: kostenloser Eintritt und gepflegte, gut beschriftete Aussenbereiche.
Häufige Fragen zu botanischen Gärten in der Schweiz
Was kostet der Eintritt?
In allen sechs vorgestellten Anlagen, Zürich, Grüningen, Bern, Basel, St. Gallen und Genf, ist der Eintritt gratis. Spenden sind vielerorts willkommen, aber nicht Pflicht.
Darf ich meinen Hund mitnehmen?
Das ist unterschiedlich geregelt. In Basel und Genf gilt ein striktes Hundeverbot, um Pflanzen und Tiere zu schützen. In Zürich, Grüningen, Bern und St. Gallen lohnt sich vorab ein kurzer Blick auf die jeweilige Website, da einzelne Bereiche abweichende Regeln haben können.
Gibt es Picknickmöglichkeiten?
Eigenes Essen ist grundsätzlich erlaubt, solange kein Abfall zurückbleibt. In Bern gibt es zusätzlich das Café Fleuri, in Grüningen eine Grillstation mit Grillstellen, ein festes Restaurant fehlt dort aber noch.
Sind die Gewächshäuser das ganze Jahr geöffnet?
In Zürich, Bern, Basel, St. Gallen und Genf ja, allerdings mit kürzeren Öffnungszeiten im Winter. Grüningen bildet die Ausnahme: Der Garten ist komplett geschlossen zwischen November und März.
Darf ich fotografieren?
Für private Fotos ist das überall erlaubt. Für kommerzielle Shootings, Hochzeitsfotos oder grössere Gruppenaufnahmen braucht es in der Regel eine vorgängige Bewilligung der jeweiligen Direktion.
